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Google ist doof

 Om 24. Morz ost boi Googlo Wolttoborkolosotog. Schon gotostot?

  

 

Noch führt das Googeln zum richtigen Ergebnis. Aber was passiert, wenn die Mehrheit aller Quellen die falsche Schreibweise enthält? Fragt Google dann zum Suchbegriff “Tuberkulose” “Meinten Sie Tuberkolose?”

Wie die ZEIT den Dalai Lama desavouiert

Man beachte allein den Link. Da hat sich einer der Jungs von Zeit online richtig Mühe gegeben, dem unpersönlichen Zahlensalat üblicher Artikel-Bezeichnungen mit einem subversiven politischen Statement zu begegnen. Das also hält man bei Zeit online vom Dalai Lama:

http://www.zeit.de/2009/11/DOS-Lamahausen

Wer nicht gleich drauf kommt: das assoziiert natürlich Entenhausen - und bietet damit wirklich kongenial die Kurzfassung dessen, was unser Freund Frank Sieren - der sich schon zuvor durch exzessiv ausgelebte dichterische Freiheit hervor getan hat - mit dem endlos langen Riemen vermitteln wollte, der mit diesem Link erreicht wird. Vielleicht wollte sich der Bearbeiter (ist das der, der sonst den ganzen Tag damit beschäftigt ist, die ZEIT online-Texte durch orgiastisches Suchmaschinen-Optimieren in den Suchergebnissen nach oben zu schummeln?) beim berühmten Autor auch bloß einschleimen, weil er den Kokolores glaubt? Diesen Sieren-Erguss traut sich die ZEIT, dem seit Monaten von chinesischer Propaganda okkupierten Leserforum zu präsentieren. Die Internet-Kolonne ließ nicht lange bitten. “Zwietracht im Exil” also. “Der Dalai-Lama-Clan: Einblicke in eine verunsicherte Gefolgschaft”. “Einblicke in die Arbeitsweise eines Bestsellerautors” träfe es besser.

Aber der Reihe nach. “Zwietracht”. Die Überschrift legt nahe, dass die Gefolgschaft des Dalai Lama bröckelt. Beweisen können die von Sieren zusammengetragegen Äußerungen aus dem Umfeld des Dalai Lama diese These jedoch nur, wenn zuvor festgelegt wurde, dass in diesem besonderen Fall die Aussagen von zwei, drei Leuten repräsentativ für die gesamte Gefolgschaft sind. Weltweit haben gerade Zehntausende demonstriert. Unser wackerer Reisender hat aber nur mit drei Leuten gesprochen, die dem näheren Umfeld des obersten Tibeters zuzurechnen sind, dazu drei weiteren. Keiner befindet sich in Opposition zum Dalai Lama oder fordert gar seine Abdankung. Die Befragten äußern nur zu bestimmten Aspekten seiner Politik andere Ansichten. Es herrschen offenbar milde Zweifel an der auf Ausgleich ausgerichteten Politik des Dalai Lama. Die paar People, die Sieren zitiert, wünschen die völlige Unabhängigkeit Tibets und sind auch in Fragen der Gewaltlosigkeit aufgeschlossener - wenn man das mal so sagen darf angesichts der lästerlichen Haltung  der ZEIT gegenüber dem Pazisfismus des Dalai Lama. Auch diese unterschiedlichen Auffassungen sind keinesfalls neu. Also: Nein. Falls es tatsächlich Zwietracht unter der Gefolgschaft gibt, legt Sieren dafür keine Beweise vor. Es gibt nur - man höre und staune - Tibeter, die eine eigene Meinung haben und sie frei äußern. Und was war noch mal unvoreingenommene Berichterstattung?

In der Beschreibung des Wohnorts nahe der Grenze zu Tibet wird dann deutlich, warum das indische Exil als “Lamahausen” abqualifiziert werden muss. Tibet-Duselei, Esoterik-Freaks, Hollywood-Heilige - Sieren ist ein Meister der Insinuation. Der Autor garniert das durch selektive Wahrnehmung und blanke Vorurteile. O-Ton: “Im Dorf geht die Angst um, die Exilbewegung könnte in Vergessenheit geraten. Die Welt hat in diesem Jahr andere Sorgen, nicht nur den Klimawandel scheint sie vergessen zu haben. In Zeiten der Weltwirtschaftskrise haben es Minderheiten nicht leicht.”  Verdrängt, dass ein chinesischer Dissident im vergangenen Jahr den Sacharov-Preis des Europäischen Parlaments bekam und das als deutliches Zeichen verstanden wurde, da zuvor gemunkelt wurde, dass der Friedensnobelpreis wegen des Drucks aus China nicht an einen chinesischen Dissidenten ging? Vergessen, dass der Dalai Lama vom Europäischen Parlament empfangen wurde? Nicht mitgekriegt, dass seit Wochen - von den deutsch-sprachigen in schweizer und österreichischen Medien besonders - zahlreiche Artikel auf den Jahrestag in Tibet einstimmen? Was war noch mal ausgewogene Berichterstattung?

Und dann die Beobachtungen der Menschen vor Ort. Comic-Figuren. O-Ton: “In Gassen flanieren Esoteriktouristen aus Europa [Was ist das? Und woran erkennt man die?], tibetische Mönche in roten Gewändern mischen sich darunter [sind die nicht vielleicht einfach da, weil sie dort leben?], geschäftstüchtige Inder, Händler aus Kaschmir [nur platt Exoten-besoffen oder bisschen rassistisch?]. Junge Tibeter mit modisch ins Gesicht geföhnten Haaren umgarnen Touristinnen aus dem Westen. [Prostitution? Hat der Dalai Lama seinen Haufen nicht im Griff?] Sie tragen T-Shirts mit der Aufschrift “Never give up”.” [Unwürdige, kulturlose Abkömmlinge von Vertriebenen streben in die Kalte Heimat? Oder wollen sie sich von den Touristinnen nicht abblitzen lassen?] Das Fazit der schonunglos offenen Schilderung des Verfalls von Sitten und Gebräuchen muss man selber ziehen. Was will der Autor nun eigentlich wirklich sagen? Dass die verwahrlosten Abkömmlinge der Exilanten nicht mehr in der Tradition der Kultur des alten Tibet stehen und daher im neuen nix zu suchen haben? Was war noch mal vorurteilsfreie Berichterstattung? 

Dieser Artikel zieht sich ellenlang. Offenbar unredigiert, voller Gedankensprünge, naiver Betrachtungen, leerer Phrasen und Schwachsinn wie ‘Schwester Ursula war sehr streng’. “Wir haben deutsche Disziplin von ihr gelernt. … Auch ein wenig Deutsch lernte K., Vokabeln, die sie gut gebrauchen konnte, als Ursula Alzheimer bekam und den Dalai Lama mit Richard Gere verwechselte.” Die Vokabeln will man doch wissen! Vielleicht kann man sie brauchen, wenn mal wieder irgendein ZEIT-Fuzzi irgendeinen Bestsellerautor für einen Experten hält. Richard Gere möge mir verzeihen. pam

Papst Benedikt zu Gast bei Netzwerk Gegenrecherche

Regelmäßig wird ab sofort der Papst bei Netzwerk Gegenrecherche erscheinen. Ehrlich! Auf Traffic komm raus!

Achtung! Das ist eine Anspielung! Wer nicht drauf kommt, worauf, darf nachfragen! ;-)) Vielleicht lassen wir uns gnädig stimmen und schicken noch den Link hinterher.

Kleiner Tipp: Der Youtube-Channel des Vatikan deckt die Informationsvermittlung der wichtigsten Aktivitäten des Heiligen Vaters Benedikt XVI. und der bedeutendsten Ereignisse des Vatikans ab. Die Aktualisierung erfolgt täglich. Die Bilder werden vom vatikanischen Fernsehzentrum (CTV) produziert, die Texte stammen von Radio Vatikan (RV) und vom CTV. Die Videonews bieten einen Überblick über bedeutsame Stellungnahmen der katholischen Kirche zu wichtigen aktuellen Themen.”  

Na???

 

P.S. Der Youtube-Channel des Vatikan lohnt wirklich einige Momente der Aufmerksamkeit!


Umstrittener Branchendienst

(jph) Turi2 und der “Völkische Beobachter”.

Alpha-Journalist von Trauer in Wahnsinn getrieben

Germaniens Gossen-Goethe hat mal wieder zugeschlagen. Was Franz Josef Wagner da zusammen deliriert hat, liest sich wie eine komplett misslungene Imitation von Piet Klockes genialen gedanklichen Rösselsprüngen. Dem Alpha-Journalisten Wagner nimmt man locker ab, dass er wirklich ohne Intelligenz, Bildung und Sprachkenntnisse durchs Leben eiert. Sein Nachruf auf den österreichischen Schriftsteller Johannes Mario Simmel ist in jeder Hinsicht zum Totlachen.

Hier ein paar Kostproben:

 

Also mal ehrlich: Wer ist hier “vom Anblick her benachteiligt”, wie Gossen-Goethe so wortgewaltig formuliert? Der gepflegte, etwa 80jährige weißhaarige Herr links oder der verlebte Mann rechts? Da sitzt einer im Glashaus und schmeißt mit Steinen. Wer solche Freunde hat, braucht keine Feinde mehr!

Was will uns der Autor eigentlich sagen? Sicher nicht das, was er sagt! “Er schrieb, wie Hunde heulen, sodass man im Innersten erbebte.” Hä? Schreiben, wie Hunde heulen? Schreiben andere, wie Pferde wiehern? Oder wie Frösche quaken? Der Gestus tendiert ins Grandiose, die Botschaft ins Nebulöse. Garantiert findet Wagner den falschen Ausdruck in seinem Text. Hinzu kommt eine völlig unlogische, auf Effekthascherei konzentrierte Anordnung von Erinnerungsfetzen, die sich wiederum einzig durch gnadenlose Vorurteile des Betrachters erklären lassen! Echter Wahnsinn! Vielleicht die ur-deutsche Variante der angelsächsischen Obituaries - statt fein-reflektierender Nachbetrachtung zur Würdigung eines Lebens: bramarbasierendes Nachgebrüll. “Als ich ihn interviewte, war er Millionär!” “Sie haben so viele Millionen mit den wenigen Buchstaben erschrieben.” Hat Simmel nicht alle Buchstaben des Alphabets verwendet? Welche nicht? Das möchte man doch wissen!

Durchaus Phantasieanregend: Wagner verfügt auch sonst über ein Wahnsinns-Arsenal an Menschenverstand und dazu noch ein Wahnsinns-Faktenwissen.

Zu einer hochsensiblen und auf unglaublich exakter Beobachtung beruhenden Bewertung des biografischen Kontextes von Simmels Biografie wie der nachfolgenden bedarf es schlechterdings umfassendster Geschichtskenntnisse und allerlängster Lebenserfahrung. Die von unserem G.-Goethe literarisch gefasste Essenz eines von Tragik umwehten Lebens liest sich so: 

Kreisch! Das mit dem Sex in Gebüsch und Co. wird nach ein paar Absätzen wiederholt. Wer hätte das gedacht von Simmel! Da hat doch ein Toter sich zu Lebzeiten mit Sex beschäftigt und offenbar unvorsichtigerweise mit der Presse darüber geredet. Tsetsetse! Wien liegt übrigens in Österreich. Und das wurde 1938 vom Reich annektiert. Da war Simmel 14! Bei welcher Gelegenheit hat nun also die Mutter dem weinenden Kinde den Mund zugehalten, wenn nicht hinter der Tür, als die Gestapo klopfte? Oder wie jetzt? Wer’s glaubt, dass der 14jährige Simmel hinter der Wohnungstür laut geheult hat, wird selig! Aber was soll der monolithische Hinweis dann? Ich kann mir übrigens bei den von Wagner genannten Stichworten “Nazis”, “Gestapo”, “Auschwitz” ohne groß zu überlegen deutlich Schlimmeres vorstellen als eine Mutter, die einem weinenden Kind den “Mund zuhält”. Und das ist ja noch nicht Alles! Der Wagner hat richtig viel geschrieben!

Aber was ist nun pietätloser: Wagners decouvrierender Erguss oder der Umstand, dass dieser Schwachsinn offenbar unredigiert den Lesern von Welt und WamS zugemutet und ihnen ein kluger Nachruf vorenthalten wurde? pam

Krisenmanagement beim DFB

(jph) Deswegen habe ich Kontakt mit dem DFB gesucht. 

Und zwar so:

Sehr geehrter Herr Dr. Koch,
sehr geehrter Herr Dr. Niersbach,
sehr geehrter Herr Stenger,

im völlig egal wo wollen wir nochmal auf das Thema DFB / Weinreich eingehen. Aus diesem Grund sende ich Ihnen nochmals meine immer noch offenen Fragen in der Sache mit der Bitte um Antwort im Laufe des Tages.

 Im Kern geht es um diese Pressemitteilung vom 14. November: http://www.dfb.de/index.php?id=500014&no_cache=1&tx_dfbnews_pi1[showUid]=16381&cHash=85635ddfa8

Herr Niersbach: Sie sagen darin, „die Grenzen der Meinungsfreiheit wurden hier eindeutig überschritten, um die Integrität des DFB-Präsidenten unverantwortlich in Frage zu stellen“.

Frage 1: Welche Bedeutung haben für Sie Gerichtsbeschlüsse? In diesem Fall gibt es derer zwei, die eindeutig sagen, dass sich Herr Weinreich innerhalb der Grenzen der Meinungsfreiheit bewegt hat. Hier haben also zwei Gerichte das eindeutige Gegenteil dessen gesagt, was Sie in der Pressemitteilung sagen.

Frage 2: Warum unterschlagen Sie in der wortreichen Pressemitteilung diese Urteile?

Frage 3: Ist das nicht eine gezielte Irreführung unvorbereiteter Leser?

Frage 4: In einem begleitenden Anschreiben an Entscheider und Multiplikatoren fordern Sie diese auf, die Pressemitteilung argumentativ zu verwerten. Was ist das anderes als eine Kampagne gegen Herrn Weinreich?

Frage 5: http://jensweinreich.de/?p=1746  Hier setzt sich Herr Weinreich mit der Mitteilung auseinander. Plausibel und nachvollziehbar werden darin Fehler ihrer Darstellung benannt. Ist das nicht Grund genug, die Mitteilung aus dem Netz zu nehmen? Stehen Sie weiterhin zu der Darstellung?

Frage 6: Herr Weinreich hat mittlerweile mehrfach klargestellt, dass das, was Herr Dr. Zwanziger als Entschuldigung verstanden hat, keine solche sein soll. Werden Sie deswegen also doch ihre Klage einreichen, wovon sie ja angeblich nur abgesehen hätten, da Sie dachten, Weinreich habe sich entschuldigt.

Frage 7: Herr Weinreich nennt Ihre Darstellung ein „Lügengebildes des DFB“. Wollen Sie dagegen vorgehen?

Beste Grüße

Antwort von Harald Stenger:

Sehr geehrter Herr Hein,
vielen Dank fuer Ihre Anfrage. Hiermit teile ich Ihnen auch im Namen von Herrn Dr. Koch und Herrn Niersbach mit, dass wir keine weiteren Stellungnahmen abgeben.

Freundliche Gruesse


Harald Stenger

Die Nummer mit der Zeit

Hier entlang!

Eigentor: Schader ist KEIN Bildblog-Mitarbeiter

(jph) Hier habe ich zu schnell geschossen. Denn Kollege Schader ist KEIN Mitarbeiter des Bildblog, wie er uns nun schrieb. Ja, das passt natürlich nicht zum Anspruch der Gegenrecherche, einfach so eine Information aus der Wikipedia für bare Münze zu nehmen. Auch dann nicht, wenn da seit über einem Jahr unwidersprochen steht, dass Peer Schader Mitarbeiter des Bildblog sei. Ich konnte mir schlicht nicht vorstellen, dass man eine solche Information über sich selbst da nicht mal kurz moniert. Sei es drum: Eigentor. Mea maxima culpa. Herr Kollege Schader: Das tut mir leid. 

Kein Klüngel

(jph) Diese Geschichte steht hier nur noch zu dokumentationszwecken. Was es mit Peer Schader und dem Bildblog auf sich hat, steht hier:

Wenn Tobias Kaufmann im Kölner Stadt-Anzeiger über das Urteil in der Sache Hecht-Galinski / Broder schreibt, stellt die Medienpolizei gern mal ganz locker fest, dass es sich um ein grobes journalistisches Foul handelt, da Henryk M. Broder und Kaufmann ja beide der Achse des Guten angehören. Gut, man kann das nach dem Durchzählen der Erbsen so sehen. Kollege Kaufmann hat sich denn auch etwas zerknirscht gezeigt und die Ermittlungsergebnisse des Kommissars sogar unter seinen Text gestellt. Der hatte gefordert, dass der Leser doch erfahren müsse, dass es eine Beziehung zwischen Kaufmann und Broder gebe.

Wenn Jan-Philipp auf SpOn über den B-Arbeiter schreibt, stellt eine weitere Filiale der Medienpolizei natürlich auch Vetternwirtschaft zum Quadrat fest – ohne nachzufragen. Der Begründungszusammenhang, den der Generalissimus vorgegeben hat, steht ja - weil vom Generalissimus verkündet - unwiderleglich im Raum. Kein Filialleiter würde wagen, das anzuzweifeln! Schwupp, erhebt sich ein Tabu: Kaum war mal einer - hier JP  - als Gastautor auf der Achse unterwegs, gilt für ihn der eherne Grundsatz, um Achsenmitglieder und Sympathisanten der Truppe publizistisch einen Bogen machen zu müssen. Weil ansonsten klarerweise echte Vetternwirtschaft vorliegt. Logisch? Die ganze Geschichte hier.

Diese Logik schärft natürlich auch unseren Geist. Uns fiel auf: Da hat doch Peer Schader gerade in der Frankfurter Allgemeinen eine Eloge auf Charlotte Roche verfasst. Da heißt es dann zum Beispiel, dass ihre neue Reportagereihe „Charlotte Roche unter…“  „lustig und lehrreich“ sei, da Roche „sich nicht in den Vordergrund drängelt“. „Und so viel sympathische Unbeschwertheit könnte das Fernsehen öfter vertragen.“ Der Feuilletonchef der Frankfurter Rundschau, Arno Widmann, schlägt ganz andere Töne an. “Hochtourige Aufgeregtheit” attestiert er und “Charlotte Roches harmlos doof ist zum Gähnen langweilig”. 

Nun können ja zwei Kritiker zu ganz unterschiedlichen Urteilen kommen. Müsste Schader im Interesse der sensiblen Beziehungsoffenlegungsansprüche der Medienpolizei aber nicht erwähnen, wie es um ihn und Roche beziehungstechnisch steht? Schader ist einer der Autoren des Bildblog, Roche wiederum eines der wichtigsten prominenten Testimonials von Bildblog neben Christoph Maria Herbst und Anke Engelke. Ihr Auftritt bei Harald Schmidt mit Shirt samt Bildblog-Aufnäher machte den Laden erst so richtig bekannt und beförderte d e n deutschen Pyjamaheddin überhaupt erst in den Generalstand. Und Roche lässt sich auch gern für weitere PR-Aktionen der Bildblogger einspannen.

Fragt sich nur, warum keiner der üblichen Verdächtigen nach Schaders Huldigung das in solchen Fällen obligatorische Gemotze beginnt? Fast könnte man meinen, dass die Medienpolizei guten Klüngel und bösen Klüngel unterscheidet. 

Süddeutsche enthüllt: Heimliche Ehe von Hurley und Grant

Da will man nach all den Enthüllungen mal die Seele baumeln lassen und klickt sich bei der Süddeutschen durch die hoch aktuelle Bildstrecke “Das beste Model aller Zeiten”. Von wegen bestes Model: Plötzlich entwickelt sich ein tieferes Verständnis für das exzessive Niggemeiern in unserer unmittelbaren Umgebung. Wir sitzen ja hier eigentlich und denken, meine Güte, wie kann man sich angesichts der schreienden Ungerechtigkeit der Welt über Druckfehler, Reinkarnationstechniker, die BILD und so Zeugs soooo extrem erhitzen. Doch nun der Selbsttest. Was soll man denn machen, wenn einen solche Fehler anspringen:


Verheiratet waren die nie…


Im Bild unten steht sogar auf dem Cover, dass Moore das Vorbild ist…

Was den journalistischen Aspekt der Ermittlungen betrifft, die zu diesem Ergebnis führen, aus dem andere schließen, die gesamte Zunft gehöre abgeschafft - wir nennen hier bewusst keine Namen, damit niemand unterstellt, wir wollten bloß die Wanderratten anlocken, um Traffic zu kriegen - lässt sich folgendes feststellen:

Bildunterschriften kontrollieren, statt in langwieriger Recherche politische Verschwörungen und sonstige Skandale aufzudecken, ist ein Super-Mittel, um sich mal ganz kurzfristig total aufzublasen. Wesentlich ist, den aufgestauten Dampf dann ganz schnell wieder abzulassen. Das ist aus Sicht von Physiotherapeuten eine Muskelentspannungsübung, die Schreibtischtätern dringend empfohlen wird, um Stress abzubauen. Wir wissen ja alle: mens sana in corpore sanum. Mit Korinthenkackerei hat dieser Sport überhaupt rein garnichts zu tun. Grimassen schneiden geht auch zum Spannen und Entspannen. Und Zunge raus natürlich. Aber da ja so oft die Selbstmotivation das Problem schlechthin ist, ist die Motivation durch Fehler von anderen aus medizinischer Sicht ein erlaubtes Hilfsmittel. Das heißt aber nur, dass man sich nicht gleich schämen muss, wenn man sich mal über Fehler von anderen aufregt.

Jörges und die Tischsitten

Ist Kurt Beck Opfer einer Medienkampagne geworden? Dieser Frage geht der Tagesspiegel im Gespräch mit Stern-Zwischenrufer Hans-Ulrich Jörges nach. Dabei bezieht Jörges die Position, dass es sehr wohl eine Kampagne gegeben habe, die aber nicht gesteuert gewesen sei. Und hier und da werden die Kollegen Hauptstadtjournalisten für ihre Arroganz gegenüber Provinzlern gescholten. Und dann lässt Jörges durchblicken, dass auch er denkt, dass außerhalb des Dreiecks Kreuzberg, Prenzlauer Berg und Tiergarten noch prä-zivilisatorische Zustände herrschen:

Wer den Anspruch erhebt, Deutschland regieren zu wollen, dem muss man abnehmen können, dass er, ob in Russland, den USA oder China, eine gute Figur macht. Er muss gut aussehen, sich gut artikulieren können und Tischsitten beherrschen. Allein das macht es Politikern aus der Provinz fast unmöglich, in Berlin in Spitzenpositionen zu kommen. Unter demokratischen und sozialen Gesichtspunkten ist das verheerend. Es bedeutet auch, dass es Politiker aus einfachen Verhältnissen und ohne Studium enorm schwer haben. 

Mutprobe für Berlin-Korrespondenten: Mit Informanten aus der Provinz im Borchardt speisen. Guten Appetit!

Kritisieren mit Logik und Verstand

Hier bekommt Tobias Kaufmann einen übergebraten. Es geht um Transparenz – ein klassischer Niggemeier also. Kaufmann hatte im Kölner Stadt-Anzeiger einen Kommentar zum Urteil Hecht-Galinski vs. Broder geschrieben. Darin der Satz „Der Publizist Broder hatte auf der Internetseite „Die Achse des Guten“, die er mitbetreibt, einen offenen Brief an WDR-Intendantin Monika Piel veröffentlicht“.  Dass Kaufmann, der selbst zur Achse des Guten gehört und auf Broders Website mal Gastbeiträge publiziert hat, genau das nicht kenntlich gemacht hat, ist Stefan Niggemeiers Vorwurf.

Wirklich? Oder geht es eigentlich um was anderes?

Denn im selben Text wirft Niggemeier auch Clemens Wergin von der Welt vor, ein „guter Kumpel der Gutachsisten“ zu sein und das Thema EHG  vs. HMB behandelt zu haben. Ja, Skandal aber auch! Der hat eine Meinung und kommentiert damit einen Prozess, an dem Achsen-Broder beteiligt ist. Frechheit! Wergin ist nämlich nicht unbedingt ein „Kumpel“, oder so was. Jedenfalls gehört er der Achse nicht an und hat keinen Beitrag exklusiv geschrieben. Es handelt sich um Zweitverwertungen, die die Achsenleute einfach verlinken. (In eigener Sache haben wir da auch noch was zu sagen.) Read more »

Netzwerk ohne Recherche

Heftige Kritik hagelte es heute bei Spiegelkritik.de für Jan-Philipps Artikel über David Harnaschs www.b-arbeiter.de auf Spon. Spiegelkritiker Timo Rieg nahm sich viel Zeit und Raum für seine knallharte Analyse. Heraus kam: Ein krasser Fall von Vetternwirtschaft. Der investigative Journalist fand heraus, dass Jan-Philipp und David Harnasch dunkle Geheimnisse verbinden. Die Enthüllung derselben liest sich so:

„Ich freue mich, dass ich neben dem Mitglied der „Achse des Guten“ auch schon drei Mal dort als Gastautor auftreten durfte und dass wir nun gemeinsam ein Netzwerk Gegenrecherche starten.

… Das alles ist in Ordnung, nur wäre zumindest für Spiegel-Online Transparenz den Kunden gegenüber eine feine Sache. Denn ob Mitglied im Netzwerk Recherche (dem ich angehöre) oder Gegenrecherche: Freundschaftsdienste genügen wohl nur selten den journalistischen Selektionskriterien – genau deshalb hilft man sich ja.“

Prompt kam eine Mail von Lukas Heinser mit durchaus naheliegenden Fragen: Read more »

Intershop für Journalisten

Bolko Bouché, Chef einer Medienagentur, die der “Märkischen Allgemeinen” Sportseiten zuliefert und von NDR-Grandseigneur Hans-Jürgen Börner als IM “Alexander” vorgestellt wurde, der ehemalige Horch & Guck-Kollegen in seinem Laden beschäftigt, kann auch noch was ganz anderes: Der Bouché Medienservice betreibt Journalistenrabatte.de. Erinnert ja auch an damals: Mit Beziehungen und dem richtigen Ausweis ist das Leben einfacher und günstiger.

Öffentlich-rechtliche Transparenz – heute: Panorama

Das ist Volker Steinhoff, seines Zeichens Grimme-Preisträger. Der Mann ist stellvertretender Redaktionsleiter bei Panorama, dem Urgestein der ARD-Politmagazine. Das klingt nach einer soliden Karriere, da könnte er entspannt sein - zumal als vollkaskoversorgter NDR-Mitarbeiter. Ist er aber nicht.

Neulich knöpfte sich Steinhoff Professor Johannes Ludwig von der Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Hamburg vor. Ludwig betreibt ansTageslicht.de, das er als “virtuelles Dokumentationszentrum” bezeichnet. Er sammelt dort “couragierte Recherchen und Reportagen”. ARD-Politmagazine haben einen festen Platz, und auch der renommierte Wächterpreis kooperiert mit Ludwig. Und deswegen finden sich auf seiner Seite auch Hintergrundmaterialien einer ausgezeichneten FAZ-Serie, die sich mit den zweifelhaften Methoden der GEZ befasst.

Das findet Panorama-Steinhoff nicht witzig - immerhin treiben die GEZ-Fahnder ja seine Brötchen ein. Read more »